Donnerstag, 18. Oktober 2012

Pilotenslang

- HB-PPK, report your hunger level?
> Red Arc, approaching stomach failure!
- Mkay, wir haben nix mehr da, ich schlage vor wir proceeden nachher mal direct Migros für recovery?
> Jo passt, aber können wir unterwegs noch eine Tanke intercepten? Ich brauch noch Kippen.
- Mhm, ist approved!
> Departure in so 5min?
- Affirm!

5 min später.

- Ok, Engine Start!
> Reverse green!
- haha.

- At Hauptstrasse turn left to intercept Hauptstrasse, difference of Angle 90 degrees!
> haha!

Später im Laden...

- Hast du alles?
> Warte, lass mich mal die Minimum Equipment List checken... Jap, alles checked, können mal Kasse approachen...

Solche Konversationen sind bei uns seit ein paar Wochen gang und gäbe. Wer sich jetzt fragt, warum wir diesen eigenwilligen Pilotenslang entwickeln... wir wissen es auch nicht! Vielleicht liegts am vielen Stoff?

Im Moment lernen wir alle extrem viel in kurzer Zeit, speziell die Grundausbildung für den Instrumentenflug. Dies beinhaltet unzählig viele Wordings, Techniken, Procedures, Speeds, Settings, Checklists... Ich staune oft, was man in kurzer Zeit lernen kann (und auch muss). So habe ich heute meine fünfte Session im FNPT (für Laien: dem Flugsimulator im Nebel) absolviert. In diesen drei Wochen und fünf Flügen habe ich gelernt:
- wie man auf ein Funkfeuer zufliegt
- Strahlen von Funkfeuern abfängt und -fliegt (sog. Intercepted), allein dafür gibt es drei verschiedene Arten:
















- Wie man Umkehrkurven im Bezug zu Funkfeuern ("Procedure Turns") fliegt, deren gibt es drei verschiedene
- Wie man eine Warteschleife ("Holding") fliegt. An sich nicht schwierig, allerdings gibt es drei Arten, wie man in ein Holding einfliegen kann...

Man sieht, es ist viel Stoff. Dazu kommt, dass in kürzester Zeit ein neuer (oder sollte man besser sagen, alter?) Flugzeugtyp, neu mit zwei anstatt nur einem Motor, bedienen lernen muss, mit allem was dies mit sich bringt (wie erwähnt Checks, Procedures, Speeds, Settings, Eigenheiten).

Trotzdem macht mir die Phase mehr Spass als alles andere in der Ausbildung bis jetzt. Alles ist sehr fordernd, aber auch sehr erfüllend, wenn man etwas scheinbar unheimlich kompliziertes trotzdem irgenwie lernt. Zudem sind auch die Insturktoren absolut top, an dieser Stelle ein grosses Lob an die Schule!

Auch das WG-Leben ist, wie oben schon beschrieben, ein echter Spass. Ich kann jedem zukünftigen Pilotenschüler nur empfehlen, mit ein paar Artgenossen Mitschülern zusammenzuziehen, es ist extrem unterhaltsam und man lernt auch viel, wenn man zusammen übt, fliegt, büffelt...

In dem Sinne, auf mich warten noch ca. 100 Seiten Principles of Flight...
Auf bald!

Kommentare:

  1. Toll, nimmtst du uns auf den Weg "von der Pike auf"! Ein würdiger Ersatz in Zeiten, in denen die Schoggi-Brownie-Connection kränkelt... Dranbleiben!
    Christoph

    AntwortenLöschen
  2. Ciao FourGreens

    Wie bist du auf das Callsign HB-PPK gekommen? Hast du Verbindungen zur Fluggemeinschaft in LSPV?
    Gruss
    IVI

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi IVI

      Das Callsign HB-PPK geht auf einen Insider in unserer Klasse zurück und hat nichts mit dem entsprechenden Flugzeug zu tun. Wir waren überrascht, dass es dieses überhaupt gibt :)

      Gruss,
      FourGreens

      Löschen